„Multiprojektmanagement für Einsteiger“ lautete der Titel des Vortrags. Er richtete sich also Projektverantwortliche, die einen Zugang zu dem Thema suchten.

Der Begriff Multiprojektmanagement ist nicht klar definiert. Daher begann die gut besuchte Veranstaltung mit einer Begriffsklärung. Im Multiprojektmanagement (MPM) geht es also um die Steuerung (= Management) vieler (= Multi) Projekte. Häufig umfasst der Ansatz alle laufenden und geplanten Projekte in einem Unternehmen oder Unternehmensbereich, manchmal alle Projekte in der Produktentwicklung o. ä..

Der Hauptteil der Veranstaltung konzentrierte sich auf die Fragestellung, was denn diese Multiprojektsteuerung nun konkret bedeutet. Dies kann von Unternehmen zu Unternehmen sehr unterschiedlich sein, abhängig davon, welche Probleme gelöst bzw. welche Ziele erreicht werden sollen. In einer Gruppenarbeit haben die Teilnehmer diese Probleme bzw. Ziele gesammelt. Hier einige Beispiele:

  • Es fehlt die Transparenz, wo (z. B. in welcher Abteilung) welche Projekte laufen. MPM soll helfen, den Überblick über den Status der Projekte zu schaffen
  • Im Unternehmen laufen zu viele Projekte, die Projektmitarbeiter verzetteln sich. MPM soll helfen, dieser Projektitis Herr zu werden
  • Ressourcen, zumeist sind hier gefragte Experten gemeint, die notorisch überlastet sind, sollen in vielen Projekte parallel verfügbar sein. Das klappt natürlich nicht. MPM soll helfen, Ressourcen zielgerichtet einzusetzen und diese nicht zu überlasten. Und MPM soll helfen, eine realistische Termin- und Ressourcenplanung in den Projekten zu ermöglichen.
  • Wenn mehr Projektideen in der Pipeline sind als umgesetzt werden können, muss eine Auswahl (Priorisierung) der sinnvollsten Projekte stattfinden.  MPM soll diese Auswahl ermöglichen.

Die Ziele eines Multiprojektmanagementsystems waren also grob geklärt. Im nächsten Schritt ging es konsequenterweise darum, die Methoden kennenzulernen, um aus den MPM-Daten die oben erarbeiteten Ziele tatsächlich zu erreichen. In einer Abendveranstaltung reicht leider die Zeit nicht aus, um die Methoden wirklich zu besprechen (das wäre ein eigenes Seminar). Also gab es stattdessen einen Überblick über Werkzeuge wie Nutzwertanalyse, Abhängigkeitsanalyse, Zielkonfliktmanagement und einige weitere. Immerhin blieb für eine zweite kurze Interaktion noch etwas Zeit. Die Teilnehmer erarbeiteten in kleinen Gruppen Vorschläge für die Kriterien einer Nutzwertanalyse.

Die Teilnehmer hatten einen kurzweiligen Abend und sind (hoffentlich) mit einer klareren Vorstellung über Nutzen und Methoden für Multiprojektmanagement nach Hause gegangen.