Neulich in einem KMU – echt passiert!

Child in the Megaphone

Ein langjähriger Mitarbeiter sagt seinem Arbeitgeber, er sei aktuell auf der Suche nach einer anderen Stelle. Wenige Wochen später hat der Mitarbeiter eine mögliche neue Anstellung gefunden und bittet um einen Auflösungsvertrag. Nach einer Bedenkzeit von zwei Tagen, teilt der Arbeitgeber dem Mitarbeiter mit, dass er mit einem Auflösungsvertrag einverstanden sei. Mittlerweile stellte sich für den Beschäftigten heraus, dass das neue Unternehmen nun doch nicht so attraktiv erscheint, wie angenommen. Der Mitarbeiter bittet, den status quo wieder herzustellen und möchte im ursprünglichen Unternehmen weiterarbeiten. Der Arbeitgeber ist einverstanden. Der Mitarbeiter bitter enttäuscht.

Was war geschehen? Auslöser für die Stellensuche war, dass der Mitarbeiter sich im Unternehmen nicht geschätzt fühlte. Dass auf seine Äußerung, er suche eine neue Stelle keine weitere Reaktion kam, bestätigte ihn in seiner Vermutung. Tatsächlich schätzte der Unternehmer den Mitarbeiter sehr und wollte ihm deshalb keine Steine in den Weg legen.

Weder der Mitarbeiter äußerte die Hintergründe, die Stelle wechseln zu wollen, noch wurden diese Gründe vom Arbeitgeber erfragt. Schon an diesem Punkt hätte die Geschichte zu Ende sein können.

Der i-Punkt war dann eben, dass sich der Arbeitgeber kommentarlos bereit erklärte, den Aufhebungsvertrag wieder zurückzunehmen. Da war dann dem Mitarbeiter völlig klar: Meinem Chef ist es total egal, ob ich bei ihm arbeite oder nicht.

Und dabei ist es noch nicht einmal die Frage, ob man als Arbeitgeber dieses Hin und Her mitmachen würde. Vermutlich keinerlei Stress wäre entstanden, wäre dem Mitarbeiter die Frage nach den Hintergründen gestellt worden. Sprechen hätte geholfen, von vornherein die Situation zu klären.