Bei einem meiner ersten Coachings in meiner beruflichen Laufbahn, viele Jahre ist es her…, habe ich viel gelernt, was Führungsarbeit eigentlich ausmacht. Mein Coachee war ein Teamleiter (mittleres Management, wie man heute sagen würde). Er hatte Schwierigkeiten mit seinen Führungskräfte-Kollegen, weil er seine Führungsarbeit ernst und sich dafür Zeit nahm.

In dem Arbeitsalltag, den er mir schilderte, standen seine Mitarbeiter im Vordergrund. Der Kontakt als solches, die persönlichen Gespräche und die gezielte Kommunikation über fachliche Probleme. Auf meine Frage, was er als seine Hauptaufgabe sehe, antwortete er sinngemäß, dass es das Wohlbefinden seiner Mitarbeiter sei. Dass er es als seine Hauptaufgabe sieht, für die Mitarbeiter ein gutes Arbeitsklima zu schaffen und Probleme aus dem Weg zu schaffen, die die Mitarbeiter in ihrer Arbeit behindern. Dass sie sich in und mit ihrer Arbeit wohlfühlen, wissen, was zu tun ist und wie sie ihre speziellen Fähigkeiten dafür einsetzen. Da der Coachee selbst einen sehr ausgeglichenen und zufriedenen Eindruck vermittelte, nahm ich an, dass ihm diese Aufgabe gut gelungen ist. Was der Coachee über seine Mitarbeiter und ihre Loyalität ihm gegenüber berichtete, unterstrich diese Wahrnehmung.

Nur einige seiner Kollegen, diejenigen, die sich selbst für die besten Sachbearbeiter halten und mit Delegieren ihre Schwierigkeiten haben, haben sich daran gestoßen.

Mir wurde klar, dass genau diese Führungsarbeit , die der Coachee leistete, die wichtigste Voraussetzung dafür schafft, erfolgreich zusammenzuarbeiten und gute Ergebnisse zu erzielen. Die Basis für den Erfolg zu schaffen ist Höchstleistung! Ein Hochleistungsteam ist das Ergebnis erfolgreicher Führung!
Andere Führungskräfte sprechen nur über die „Arbeit“, so, als würde die eigentliche Führungstätigkeit ganz nebenbei gehen. Dass das nicht der Fall ist, zeigt sich immer wieder. Vor allem natürlich an unzureichenden Leistungen. Diese Energieverschwendung, die durch Konflikte, Missverständnisse, Vorurteile, unklare Kommunikation und ähnliches zustande kommt, destabilisiert alle wesentlichen Bausteine für erfolgreiche Zusammenarbeit und Ergebnisse. So sinkt z.B. die Leistungsbereitschaft und Motivation im Team und im einzelnen Mitarbeiter.

Entscheidend ist also, die Führungskräfte in ihren Führungsaufgaben zu trainieren. Fachlich gut zu sein, ist eine Sache – Führungsqualitäten eine andere. Das geht nicht automatisch zusammen! Wer eine Führungsposition übernimmt, sollte die entsprechenden Kompetenzen haben – oder sie eben gezielt trainieren.