Wir sahen vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr

Wir sahen vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr

 

In den letzten Monaten war es bei uns ziemlich ruhig geworden. Nicht im Bereich der Aufträge sondern im Bereich der Kommunikation. Der Blog ruhte, vor allem aber wurde der sonst heilig gehaltene wöchentliche jour fixe unregelmäßig und niederfrequent. Was wir unseren Kunden mit Vehemenz ans Herz legen, hielten wir selbst nicht ein. Ein sicheres Zeichen von Planlosigkeit.

Das Jahr 2015 war das Beste in unserer Geschichte. Und das hatte seinen Preis. Wir arbeiteten mit und für unsere Kunden und wenig am eigenen Unternehmen und kaum mehr an uns. Auch in einem kleinen Unternehmen mit wenigen Festangestellten aber mit einem geografisch und fachlich gut sortierten Netzwerk von Kollegen, ist gemeinsame Kommunikation ein wichtiges Element zur Steuerung und Ausrichtung des Portfolios und der Unternehmensstrategie. Was unsere Kunden „Im Großen“ machen ist bei uns Kleinen noch wichtiger.

Die unangenehmen Folgen:

  • Jeder von uns arbeitete am Limit der eigenen Kräfte. Aufträge wurden angenommen, bei denen wir zunächst Mühe hatten, sie zu erfüllen, weil eigentlich keine freien Ressourcen vorhanden waren. Der Aufwand, die notwendigen Ressourcen zu koordinieren, wuchs. Die Zeit wurde dadurch noch knapper. Ein Teufelskreis. Aber das war ja nur unser eigenes Problem.
  • Wirklich kritisch sind Probleme, vor die wir Kunden stellten: Einige, schon fixierte Termine mussten verlegt werden. Ein Kundentermin wurde von uns schlicht falsch eingeplant. Von mir selbst („Hier macht die Fehler der Chef persönlich“)

So schön eine transparente Fehlerkultur auch ist, eine Lösung musste her:

  • Ende des Jahres trafen wir uns zu einer Klausur
  • Wir erkannten, dass uns ungeordnetes Wachstum zu schaffen macht
  • Zunächst sammelten wir einfach alle Kundenthemen, an denen wir letztes Jahr gearbeitet hatten
  • Wir betrachteten deren Bedeutung an unserem Ertrag und rangreihten die Themen im Hinblick auf eine – in der Diskussion gewonnene – Einschätzung des Zukunftspotentials für unser Unternehmen
  • Wir kamen überein, das routiniert eingespielte Netzwerk von Kollegen momentan nicht zu vergrößern sondern uns auf das zu konzentrieren, was wir am besten können und den meisten Nutzen für den Kunden hat
  • Diese Neuorientierung nach innen erfordert eine veränderte Darstellung nach außen
  • Die Neuorientierung ist bis Mitte 2016 fester Bestandteil des (wieder) regelmäßigen, wöchentlichen Jour Fixe.

Aktueller Stand:

  • Ich schreibe diesen Blogartikel
  • Wir besitzen ein gemeinsames Verständnis für aktuelle und zukünftige Kernthemen
  • Die Prozesse sind definiert
  • Wir arbeiten an einem geänderten Webauftritt
  • Das Gerüst der Kernthemen steht
  • Einzelne Elemente sind noch in der Diskussion

Wir haben den Wildwuchs wieder im Griff.