Wenn Ältere müssten oder sollten, dann ist das doppelt Quatsch! Einmal: Weil sich prinzipiell die wenigsten Menschen in eine Schublade stecken lassen wollen („älter“) und zum zweiten akzeptieren noch nicht einmal Kinder ein müssen oder sollen. Und mit der Idee, dass Ältere „vernünftig“ sein sollten, schießen wir in der Kommunikation den Vogel vollends ab.

Die beste Empfehlung für das Marketing bei Demografie Themen. Liebert Unternehmensberatung

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Hallo Leser, wie alt sind Sie? Ich persönlich bin Mitte fünfzig und gehöre damit schon seit 10 Jahren zu den Opfern der Demografie. Will ich mit „älter“ angesprochen werden? Nein! Never! Das klingt so, als wäre ich nicht in der Lage, Tatsachen ins Auge zu sehen und somit Probleme mit meinem Alter zu haben. Wer mich dann (im Zuge demografischer Korrektheit) schonend unter die „Erfahrenen“ subsumieren will, läuft Gefahr, das ich mit ihm handgreiflich diskutiere.

Als ich jung war, waren Typen Mitte fünfzig in meinen Augen alt, spießig und tot. Nun bin ich tatsächlich alt. Basta! Dazu stehe ich. Aber muss ich mich nun auch spießig und tot fühlen? Sicher nicht. Sie vielleicht? Und „Demografie“ geht ja bereits Mitte vierzig los.

Zum Thema Vernunft: Ab wann kam man Ihnen im Leben mit Vernunft. Naja, mir kam man so ab Schulbeginn mit dem Satz „sei vernünftig“. Nach meiner Pubertät war ich mittlerweile soweit, dass man mir den verhassten Vernunftsatz nur noch selten sagen musste.

Und jetzt will man Alten schon wieder beibiegen, was vernünftig ist? „Seien Sie vernünftig, unser Unternehmen braucht Ihr Wissen. Geben Sie dieses bitte vor Ihrem Ausscheiden an Ihren Nachfolger weiter.“ Auch so kann man versuchen, Motivation zu schaffen. Netter Versuch. Witzigerweise sind die meisten, die so reden, ebenfalls im Demografiealter (Steine werfen im Glashaus? Sehr smart!)

Hey, dieser Alte hat in seinem Kopf ein Wunderwerk an Wissen und Erfahrung geschaffen. Und ich als Unternehmer finde das so superstark, dass ich ihm ermögliche, dass sein Werk in meinem Unternehmen einen würdigen Platz findet und weiterlebt.

So geht das!

Was immer Sie uns Alten vermitteln wollen, behandeln Sie uns mit absolutem Respekt und Hochachtung. Fördern Sie unser Selbstverständnis als Bereicherung der Diversität  (Diversity-Approach).

Und kommen Sie uns nicht mit Vernunft!