Vor 10.000 Jahren gab es vermutlich noch keine Schuhgeschäfte. Der Mensch lief demnach natürlich barfuß. Eine neue Masche ist nun, sehr merkwürdige Fußbekleidungen als gesund – weil vor 10.000 Jahren natürlich – zu propagieren. Entweder sehen die Dinger aus wie Fingerhandschuhe für die Füße oder wie Hi-Tech Hüttenschuhe.

Medicine & Science in Sports & Exercise (in: Badische Zeitung 18. März 2013) beschreibt eine Studie über so genannte five-finger-Schuhe. Dazu wurden 2 Gruppen aus jeweils 18 Läufern gebildet. Alle Läufer waren beschwerdefrei und erfahren. Die Kontrollgruppe sollte ihr normales Wochenpensum (zwischen 25 und 50 Kilometer) absolvieren, die Versuchsgruppe sollte auf den ‚Barfußlaufstil‘ umstellen und ihre Läufe in five-finger Schuhen absolvieren.

Nach10 Wochen wurden die Ergebnisse ausgewertet:

Die Gruppe mit den „Barfuß-Schuhen“ hatte ‚freiwillig‘ ihr normales, wöchentliches Laufpensum reduziert.

Im Kernspintomographen zeigten sich keinerlei Anzeichen für positive Effekte des Barfußlaufens.

Dafür Knochenödeme – Zeichen beginnender oder fortgeschrittener Verletzungen sowie bei einem Läufer ein Ermüdungsbruch der kleinen Fußknochen.

Ähnliches gilt übrigens für Hauruck-Aktionen am Strand. Ohne Übung einfach mal lange barfuß am Strand joggen könnte die Achillessehne sehr übel nehmen.

Dabei ist Barfußlaufen tatsächlich gesund. Es stärkt die Muskulatur des Fußes, stimuliert… Wir brauchen dazu nicht, wie Buschmänner, barfuß durch die Steppe hetzen. Unser Fuß ist es mittlerweile natürlich anders gewohnt. Und zum gesunden Barfußlaufen müssen wir keinen merkwürdigen five-finger-Schuh anziehen. Es reicht, wenn wir des Öfteren Schuhe und Socken ausziehen und in der Wohnung oder im Freien barfuß gehen.