Im PM-Camp Dornbirn 2014 – der wichtigsten „Unkonferenz“ des Jahres – wurde in der von mir angebotenen Session „Feeback ME!“ diskutiert, wie sich Feedback einholen lässt. Eine auf den ersten Blick ungewöhnliche Fragestellung, weil unter Feedback meist Feedback geben verstanden wird.

Feedback wird leider generell (immer noch) viel zu selten angewandt, obwohl die Wirkung und die Bedeutung Vielen bekannt ist. Feedback ist DAS zentrale Kommunikationsinstrument, damit sich Menschen verbessern können. Es ist ja eigentlich trivial: Wenn ich nicht weiß, was ich gut gemacht habe und wo ich mich verbessern kann, dann tappe ich halt im Dunkeln. Viel Potenzial bleibt dann ungenutzt.

Also sollten wir uns doch Feedback aktiv einholen, wenn wir es nicht bekommen. Aber wie stelle ich das an? Wie frage ich nach Feedback, sodass ich wirklich das erfahre, was ich wissen will, und zwar offen und ehrlich. Und ohne den Gesprächspartner oder mich in Verlegenheit zu bringen.

Feedback me I

Feedback me II

Zunächst wurde in der Session gemeinsam erarbeitet, dass für das Einholen eines Feedbacks schlicht die gleichen Regeln gelten, wie für das Feedback geben.

Im praktischen Teil wurden konkrete Feedback-Situationen durchgespielt. Dabei findet jeder seinen eigenen persönlichen Stil, um sich ein konstruktives Feedback einzuholen. Die Rückmeldungen des Publikums sind dabei eine wichtige Hilfe.

Feedback ME!:

  • Passenden Einstieg in das Feedbackgespräch finden. Bereitschaft des Gesprächspartners einholen, dass er gerade Zeit und ‚Nerven’ für ein Feedback hat („Hast Du gerade ein paar Minuten Zeit, mir ein Feedback zu geben?“)
  • Formulierung eines klaren Zieles („Ich möchte mein Präsentationsverhalten verbessern, deshalb brauche ich Dein Feedback“)
  • Spezifische Fragestellung („Habe ich Deiner Meinung nach zu viele ‚Ääähs’ gemacht?“; „Wo könnte ich meine Gestik verbessern?“ etc.)
  • Authentisch bleiben!

In der Session und in den Rollenspielen wurde schnell klar, wann sich eine Feedbacksituation ‚gut’ anfühlt und wann nicht. Und, wenn man sich traut, authentisch im Gespräch zu sein, dann holt man sich viel öfter ein Feedback ein – und das ist das eigentlich Wichtige! Wie schnell sind Situationen wieder vergessen und eine Chance, sich zu verbessern, vertan.